Automatisierung einer Textilreinigung von A bis Z

Automatisierung einer Textilreinigung von A bis Z

Mit dem Etikett von Computype speichert das POS-System von Z Cleaners (von SPOT, einem Unternehmen aus Utah) eine Servicehistorie für jedes Kleidungsstück. Auf diese Weise kann das Personal Probleme beheben, bevor diese entstehen.

Von einem früheren Hubschrauberpilot der US Navy erwarten Sie vielleicht, dass er Technologien optimal nutzt. Genau das ist einer der Beweggründe von Steve Phillips, dem Eigentümer von Z Cleaners in Scottsdale, Arizona, und seiner Frau Geralyn. Z Cleaners Dank einer Kombination aus hochmodernen Barcode-Identifizierungsetiketten für Kleidungsstücke, einer ausgeklügelten Verkaufssoftware (POS) und einem automatisierten Ordnungssystem schuf sich Z Cleaners eine profitable Nische in diesem Gebiet nördlich von Phoenix.

Nachdem er die Navy verlassen hatte, wollte Phillips ein Unternehmen gründen und sah sich auf dem Markt der chemischen Reinigung um.  Ihm wurde schnell klar, dass „ein gut geführtes Reinigungsunternehmen sehr profitabel sein kann. Der Schlüssel ist dabei eine optimale Geschäftsführung.“

Er beschloss, Technologien zu nutzen, um seinen Laden von anderen in der Gegend abzuheben. Z Cleaners ist seit seiner Eröffnung voll automatisiert. Ohne die genutzte Technologie könnte der Laden seinen Kunden nie das Maß an Service bieten, das die Kunden mittlerweile erwarten.

Die Automatisierung des Reinigungsprozesses beginnt mit der Kennzeichnung. Jedes Kleidungsstück wird mit einem kleinen, fortlaufend nummerierten Etikett versehen, dass an einer unauffälligen Stelle angebracht wird. Die Etiketten wurden von Computype Inc. mit Sitz in St. Paul (Minnesota, USA) speziell für den Einsatz in Textilreinigungen entwickelt. Die Anbringung erfolgt mit einer Patchmashine.

Dies nimmt zwar 12 bis 15 Sekunden in Anspruch, allerdings muss das Verfahren pro Kleidungsstück nur einmal durchgeführt werden. Eine spätere erneute Kennzeichnung erfolgt schnell und kostet nichts: Ein kurzes Durchziehen unter einem Barcodescanner – und eine genaue Beschreibung des Kleidungsstücks mit dem Reinigungspreis werden elektronisch in der Kundenrechnung aufgeführt.

Die Daten im Barcode stehen für Kleidungsart, Markenname, Farbe, Stoff und Namen des Eigentümers. Mit den Etiketten lässt sich ein bestimmtes Kleidungsstück für den Rest seiner Nutzungsdauer identifizieren – und das bei einer Fehlerquote von weniger als 0,1 %. „Eines der kritischsten Elemente in unserem System ist das Etikett“, so Phillips. „Um eine einwandfreie Identifizierung des Kleidungsstücks sicher zu stellen, muss das Etikett mehrere Waschzyklen aushalten und auch danach noch problemlos funktionieren.“

Beispiel: In jeder Textilreinigung kommt es ab und an vor, dass ein Kunde ein Kleidungsstück zurückbringt und behauptet, es wäre in der Reinigung beschädigt worden.  Da jedes Kleidungsstück mit einem Barcode versehen ist, reicht ein kurzer Blick aus, um festzustellen, ob das Kleidungsstück tatsächlich von Z Cleaners gereinigt wurde, welche Serviceleistungen erbracht wurden und wann diese vorgenommen wurden. Statt also ein mehr als 100 Euro teures Hemd zu ersetzen, das bereits dutzende Male gereinigt wurde, kann Phillips dem Kunden die Servicehistorie zeigen, und beispielsweise eine Gutschrift in Höhe von 15 Euro anbieten, wenn die Schuld möglicherweise bei der Reinigung liegt. Angesichts dieser Daten sind die Kunden beeindruckt von der Zuverlässigkeit und Genauigkeit des Systems. In der Regel sind sie mit dieser Vorgehensweise einverstanden. Was aber mindestens genauso wichtig ist: Z cleaners behält diese Kunden und muss niemals unnötigerweise für den Ersatz von Kleidungsstücken aufkommen.

Laut Philipps ist seine Strategie einfach: „Möglichst alles automatisieren, damit wir das aufwändige Verfahren in diesem Geschäft beschleunigen können. Anschließend wird die gewonnene Zeit für die wichtigeren Aufgaben verwendet, darunter fachgerechte Reinigung, Fleckentfernung, Prüfung, Verpackung und Kundendienst.“ Unsere Mitarbeiter sind zufrieden und möchten bei keiner Reinigung mehr arbeiten, die diese Vorteile nicht bietet. Dies ist in diesem Geschäft der Schlüssel zum Erfolg.”

[Eine geänderte Fassung dieses Artikels erschien ursprünglich im Magazin „American Drycleaner“.]